Mythen zur Suchmaschinenoptimierung unter der Lupe

Wer sich ein wenig mit der Optimierung von Internetseiten beschäftigt, stößt immer wieder auf Aussagen, die aufgrund der Popularität als korrekt akzeptiert werden. medialeitwerk nimmt einige Aussagen unter die Lupe und erklärt, warum man nicht jeden Mythos rund um das Thema SEO glauben darf.

Der Pagerank ist entscheidend

Der Pagerank galt lange als sicherer Indikator für die Reputation einer Internetseite für die Google-Suchergebnisse. Der Pagerank ist ein Wert zwischen 0 und 10, bei dem ein hoher Wert als qualitative und gefragte Website gilt. Wie sich der Pagerank errechnet, ist unklar, jedoch werben Agenturen damit, Websites mit einem Pagerank von 5 oder höher ausstatten zu können. Im Zuge vieler Anpassungen des Google-Suchalgorithmus ist der Pagerank jedoch nur noch ein kleiner, recht unbedeutender Faktor. Unser Rat: Achtet auf qualitativen Inhalt, saubere Technik, viele Besucher und mobiloptimiertes Markup – damit ist bereits ein großer Schritt für die optimierte Internetseite getan.

„Wir stehen mit Google in Kontakt“

Ein Satz, der bei Kunden sicherlich Eindruck macht. Fakt ist jedoch, dass Google selbst keine eigene Abteilung betreibt, die Kontakt zu professionellen SEO-Agenturen betreibt. Warum auch? Direkter Kontakt zu Mitarbeitern, die auf das Ranking von Internetseiten Einfluss haben, würde den Wettbewerb verzerren, was wiederum für enttäuschte Google-Nutzer sorgt.

Oft wird dieser Satz ausgedrückt, dass lediglich Kontakt zu einem AdWords-Mitarbeiter besteht – diese Möglichkeit hat jedoch jeder werbeinteressierte Kunde bei Google.

Wir brauchen noch eine Sitemap!

Woher die angebliche Notwendigkeit einer Sitemap stammt, ist unklar – Fakt ist jedoch, dass Google auch ohne Sitemap in der Lage ist, die Internetseite zu analyisieren und weitere Unterseiten ausfindig zu machen. Andernfalls würden derzeit ca. 75 % aller Internetseiten aus dem Index verschwinden. Das Missverständnis entsteht offenbar durch zwei Dinge:

  1. Eine Sitemap erleichtert Google die Indexierung. Die Sitemap stellt Google eine Art „Inhaltsverzeichnis“ bereit, welches hilft, die Inhalte besser zu erfassen.
  2. Eine Sitemap als Menüpunkt ist für Google nicht hilfreich – im Gegenteil: Eine Ansammlung hunderter Links auf einer Seite kann schnell als Linkspam erkannt werden. Interessanter dagegen ist eine Sitemap im XML-Format.

AdWords-Werbung für meine Internetseite erhöht das Ranking nachhaltig

Diese Aussage ist nicht richtig. Dies würde im Umkehrschluss bedeuten, dass Webseitenbetreiber, die kein Geld in Werbung investieren, keine Chance auf ein gutes Google-Ranking haben. Werbung hat jedoch einen interessanten Nebeneffekt: Durch Werbung gelangen mehr Nutzer auf die Internetseite, die Popularität und damit auch das Ranking steigt. Es besteht jedoch kein unmittelbarer Zusammenhang von Werbeflächen bei Google.

Man sollte zu bekannten Top-Level-Domains (z.B. .de oder .com) greifen

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Für welche Top-Level-Domain entscheide ich mich? Oft fällt die Wahl dabei auf eine .com-Adresse oder (in Deutschland) auf die .de-Domain. Nicht selten passiert das, weil angebliche SEO-Experten der festen Überzeugung sind, dass diese  von Google bevorzugt werden.

Fakt ist jedoch, dass dies nicht stimmt. Die Top-Level-Domain hat keinen Einfluss auf das Ranking. Google verfolgt das Interesse, dem Suchenden ein ideales Suchergebnis zu präsentieren. Warum sollte also beispielsweise eine Internetseite mit einer .biz-Top-Level-Domain bevorzugt werden?

Das Registrieren vieler verschiedener Domains verbessert das Ranking

Unerfahrene Betreiber kaufen sich viele Domains, die auf das gleiche Ziel zeigen, und sind der Meinung, damit eine solide Basis für eine Suchmaschinenoptimierung geschaffen zu haben. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Es entsteht Duplicate Content, was zu einer Abstufung führt.

Viel hilft viel?

Man erstellt einen langen Text, der jedoch nur aus Worthülsen und wiederkehrenden Phrasen besteht, gespickt mit Keywords – fertig! Im dem Glauben, Google interessanten Inhalt vorzugaukeln, greifen Webseitenbetreiber häufig zu einer solchen Lösung. Dieses Vorhaben bringt jedoch zwei Denkfehler mit sich:

  1. Google ist sehr wohl in der Lage, die Qualität eines Textes zu erkennen. Sogenannte „Bullshit-Texte“ sorgen eher für eine Abwertung der Internetseite.
  2. Spätestens dem Besucher der Internetseite fällt auf, dass diese Seite keine nützliche Information besitzt. Die Seite wird verlassen – und Google registriert dies.