Negative Ranking-Faktoren, Teil 2: Google-Abwertung vermeiden

Im ersten Teil zum Thema „Negative Ranking-Faktoren“ berichteten wir über Offpage-Maßnahmen, die zur Abwertung Ihrer Internetseite durch Suchmaschinen wie Google & Co. führen können. In diesem Beitrag erläutern wir Ihnen die Onpage-Faktoren, also jene Maßnahmen, die das Ranking Ihrer Seite aufgrund Ihrer Inhalte und Webseiten-Technik negativ beeinflussen.

Wie im ersten Teil erwähnt, existieren Suchmaschinen-Bewertungskriterien, die die Position Ihrer Website in den Suchergebnissen verschlechtern. „Viel hilft viel“ gilt bei der Suchmaschinenoptimierung daher nicht immer, denn es gilt die folgenden Faktoren zu berücksichtigen:

Versteckte Texte auf der Website einbinden

Ein Text, der für speziell für die Indexierung durch Suchmaschinen erstellt wurde, ist nicht zwangsläufig für den Besucher besonders interessant. Besonders bei Texten, die mit vielen Keywords gespickt sind, leidet die Lesbarkeit enorm. Unabhängig von der Wirksamkeit dieser sogenannten Keyword-Texte sollte vermieden werden, Texte für den Besucher zu verstecken. Ein gängiges Mittel dazu ist, dem Text die gleiche Farbe zu geben wie der Hintergrund – somit ist der Inhalt für Maschinen lesbar, am Besucher geht dieser jedoch vorbei.

Wer diese Methode nutzt, sollte schleunigst umdenken: Google ist dieser Kniff bekannt, dem Suchmaschinenbetreiber ist es jedoch möglich, genau dieses Muster zu erkennen. Vielmehr ist Google in der Lage, das Kontrastverhältnis zwischen Hintergrund und Text zu bewerten, sodass diese Methode dringend unterlassen werden soll, da andernfalls ein sogenannter Cloaking-Verdacht besteht. Cloaking bezeichent die Methode, eine Website derart zu präparieren, dass diese speziell auf die Vorlieben von Suchmaschinen ausgerichtet ist und nur auf eine hohe Conversion-Rate abzielt – oft mit unlauteren Methoden, etwa mit versteckten Texten.

Das gleiche Prinzip gilt auch für Texte, die bewusst mit CSS-Anweisungen (Stildefinitionen) versteckt werden.

Links

Links sind anklickbare Querverweise im Internet und sollten daher auch auf Ihrer Internetseite hinterlegt sein. Dazu müssen Sie jedoch einiges beachten:

Linksammlung und Suchergebnisse

Google ist wichtig, dass der Nutzer durch seine Suchanfrage auf ein konkretes Ergebnis stößt. Internetseiten, die den User mit einer übernatürlich großen Ansammlung von Links oder Suchergebnissen erneut auf die Suche schicken, werden daher von Google abgewertet.

Zu viele Links auf einmal

Analog zum Punkt oben ist eine Ansammlung vieler Links auf einer Fläche zu vermeiden. Dies hat mehrere Gründe:

  • Google könnte die Ansammlung der Links als Suchergebnis deuten
  • Je mehr Links Ihre Seite aufweist, desto weniger werden diese einzelnd gewichtet (Stichwort „Linkjuice“)
  • Zu viele Links überfordern den Nutzer, die Nutzerfreundlichkeit sinkt

Eine Sammlung von Links kann schnell entstehen: Denken Sie an eine HTML-Sitemap oder an den Footer einer Internetseite, der üblicherweise einige Querverweise beinhaltet.

Zu kleine Links

Um einen für Besucher unsichtbaren Backlink zu erzeugen, wird mit kleinen Bildlinks gearbeitet, die nur für Maschinen erkennbar sind. Dazu bedienen sich Webseitenbetreiber gern mit 1px*1px großen Bildateien, die einen Link zur Zielseite beinhalten. Eine andere Masche ist, einen Textlink in einer so kleinen Schriftgröße darzustellen, dass dieser für den Webseitenbesucher unlesbar ist. Dazu gehört auch die Methode, einen „leeren“ Link einzubinden, der außer dem Linkziel keine weiteren Inhalte hat.

Google erkennt auch diesen Trick und straft den Betreiber mit einer Abwertung seiner Internetseite. Achten Sie also besonders darauf, Links in adäquater Größe bereitzustellen.

Defekte Links

Achten Sie darauf, dass interne Links immer korrekt sind. Links, die zu nicht vorhandenen Seiten führen („404-Links“) machen es den Suchmaschinen schwer, die Seite korrekt zu crawlen. Dies ist ein Indiz für eine schlechte Website-Qualität und sollte daher vermieden werden. Mit Hilfe der Google Search Console können Sie Verweise auf nicht vorhandene Seiten erkennen.

Copyright-Verletzung

Bindet ein Benutzer absichtlich Inhalte ein, die einem Copyright unterliegen (dazu gehören in erster Linie lizensierte Bilder und Texte von Dritten), führt dies zu einer Abstrafung. Nicht nur Google selbst prüft Copyright-Verletzungen, auch Benutzer haben die Möglichkeit, Vorfälle dieser Art zu melden. In diesem Zusammenhang sollten Sie auch den Abschnitt „Duplicate Content“ beachten.

 Foto- bzw. Bilderseiten

Eine Stolperfalle, in die Betreiber von Internetseiten geraten, die hauptsächlich Bildmaterial verbreiten: Google und andere Suchmaschinen sind kaum in der Lage, die Inhalte aus Bildern zu lesen. Wenn eine Internetseite also sämtliche Textinhalte als Bild bereitstellt oder nur Fotos zeigt, hat diese für Google & Co. keinen (Mehr-)wert. Im schlimmsten Fall erkennt Google eine nicht-reputative Seite, was zur Abstrafung führen kann.

Dieser Punkt ist ein Faktor, mit dem besonders Portfolio-Websites (etwa von Fotografen) zu kämpfen haben. medialeitwerk empfiehlt hier, trotz Fokussierung auf die Bilder immer genügend (informativen!) Text bereitzustellen.

Wenig Inhalt

Als Thin Content wird Webseiteninhalt bezeichnet, der wenig Text enthält und daher keinen Mehrwert für den Besucher bietet. Da Suchmaschinen generell informative Internetseiten priorisieren, kann im Umkehrschluss gesagt werden, dass eine Internetseite ohne relevanten Inhalt abgestraft wird.

Visitenkarten-Internetseiten

Thin Content bezieht sich auch auf sogenannte Visitenkarten-Websites: Internetseiten, welche lediglich Kontaktinformationen und einige ausgehende Links enthalten, besitzen aus Sicht von Google keinen Mehrwert.

Wenn Sie Inhalte für Ihre Internetseite erstellen, sollten Sie sich vor der Veröffentlichung immer die Frage stellen, ob Sie der Text interessieren würde, wenn Sie diesen bei Suchmaschinen wie Yahoo, Bing und Google auffinden würden. Wenn Sie diese Frage kritisch mit „Ja“ beantworten können, haben Sie alles richtig gemacht.

Schließen Sie uninteressante Seiten für Suchmaschinen aus

Content is King, so ein inoffizielles Motto von Google. Der Suchmaschinenbetreiber setzt viel daran, die Inhalte der Internetseiten zu verstehen und zu bewerten. Schauen Sie daher genau hin und blicken Sie auch über den Tellerrand hinaus: Prüfen Sie jede Unterseite und bewerten Sie kritisch, ob diese für Google generell interessant ist. Content-Managementsysteme legen oft Medien- oder Schlagwortseiten an, die Sie von Suchmaschinen ausschließen sollten.

Schlecht platzierte Werbeanzeigen

Werbeanzeigen werden Google angesichts der Refinanzierung reputativer Internetseiten nicht generell als schlecht erachtet. Was jedoch bestraft wird, sind Internetseiten, die Werbeanzeigen übertrieben einsetzen. Setzen Sie Werbemittel also gut dosiert ein und positionieren Sie diese Anzeigen am Besten below the fold, also in jenen Teil der Internetseite, der nur nach einer Scrollaktion sichtbar ist.

Ebenfalls bewertet Google, ob der Werbebanner die User Experience negativ beeinflusst. Verzichten Sie daher auf Anzeigen, die sich über den Text legen.

Doppelter Inhalt

Wie weiter oben erwähnt, sollte eine Internetseite einen Mehrwert gegenüber anderen Seiten aufweisen, besonders im  Hinblick auf etwaige Mitbewerber. Wenn Sie Inhalt von einer anderen Seite kopieren, wird dies von Google (unabhängig davon, ob eine Copyrightverletzung vorliegt oder nicht) abgestraft. Google tituliert diesen Faktor als Duplicate Content. Erstellen Sie eigene Texte, die sich optisch und inhaltlich von anderen unterscheiden.

Tipps zur Erstellung von einzigartigem Inhalt

Wenn Ihnen die Inspiration fehlt, von Grund auf eigene Texte zu kreieren, hier ein kleiner Tipp: Lesen Sie den Text, den Sie kopieren würden, und schreiben Sie diesen nieder, als würden Sie das Thema einem Bekannten erklären wollen. Sie werden sehen, dass Sich im Bezug auf Ausdruck, Satzstellung und Formatierung schnell Unterschiede ergeben. Vermeiden Sie es, lediglich die Sätze umzustellen, da hier dennoch eine gewisse Übereinstimmung mit dem Originaltext vorliegt und erkannt werden kann.

Dieses Problem haben häufig Betreiber von Online-Shops, die Produktbeschreibungen direkt vom Hersteller übernehmen. In diesem Fall sollten Sie eigene Beschreibungen formulieren, um sich vom Originaltext abzuheben.

Duplicate Content kann auch unbeabsichtigt entstehen

Übrigens: Duplicate Content wird auch seitenintern kritisch bewertet: Vermeiden Sie, sich wiederholende Texte auf mehr als einer Unterseite darzustellen. Dies ist zum Beispiel bei Inhalten im Footer der Fall – dieses Layout-Element wird bekanntlich auf jeder Unterseite eingeblendet und sollte daher keine primären Texte enthalten.

Eine weitere Stolperfalle von Duplicate Content sind die Adressen Ihrer Internetseite. Jede Unterseite sollte nur eine URL besitzen, da es andernfalls als doppelter Inhalt gewertet wird. Populär ist dieser Faktor vor allem bei Internetseiten, die sowohl mit „http://www…“ als auch mit „http://…:“ erreichbar sind.

Sollten Sie aufgrund technischer Einschränkungen nicht in der Lage sein, einzigartige URLs zu schaffen, sorgt eine Canonical-Anweisung für Abhilfe. In dem hier verlinkten Google-Artikel sind auch noch andere Fälle genannt, die leicht Duplicate Content erzeugen könnten.

Ausgehende Links zu Spamseiten

Achten Sie darauf, dass Ihre Internetseite eine gute Reputation vorweisen kann. Die Reputation einer Internetseite ist dann gefährdet, wenn diese viele ausgehende Links zu Spamseiten aufweist. Ist dies der Fall, ist das Vertrauen in eure Internetseite aufgrund der schlechten Nachbarschaft, wie Google es nennt („Bad Neighborhood“), stark strapaziert.

Zu lange Ladezeiten

Ein Internetsurfer erwartet eine sich schnell aufbauende Internetseite. Ist die Wartezeit zu lang, ist dies ein Indiz für eine qualitativ schwache Internetseite, was wiederum eine Abwertung zur Folge hat.

Optimieren Sie Ihre Internseite daher und lassen Sie sich dabei ggf. von Experten beraten. Durch Verringerung oder Komprimierung der Datenmengen lässt sich die Ladezeit einer Internetseite herabsetzen, außerdem können Sie mit einem entsprechenden Hostingtarif auch für kurze Antwortzeiten Ihrer Internetseite sorgen. Als Faustregel gilt, dass die Internetseite innerhalb von 200ms antworten sollte und nach 1200ms geladen sein sollte.

Mit Tools wie Google Page Speed sind Sie in der Lage, die Mängel zu identifizieren.

Für mobile Endgeräte ungeeignet

Immer mehr Webseitenzugriffe finden von mobilen Endgeräten aus statt. Daher sollte darauf geachtet werden, dass die Internetseite auch für Geräte mit kleinen Bildschirmen geeignet ist. Ihre Internetpräsenz sollte daher das sogenannte Responsive Design-Prinzip verfolgen, um keine Fehldarstellungen bei unberücksichtigten Bildschirmgrößen zu erzeugen.

Dieser Punkt wird von Google übrigens als so wichtig erachtet, dass Ihre Webseite von den Suchmaschinen ausgeschlossen werden könnte, wenn diese nicht entsprechend optimiert ist. CSS-Frameworks wie Bootstrap helfen den Entwicklern, ein Layout zu erstellen, welches sich kleinen Bildschirmgrößen vollautomatisch anpasst.

Kein sicheres Protokoll

Sensible Daten sollten per SSL-Verschlüsselung übertragen werden. Webseiten, welche mit https://… beginnen, nutzen dieses Protokoll. In der Vergangenheit wurde die Verschlüsselung aus Kosten- und Performancegründen vermieden, in der heutigen Zeit jedoch sind beide Einwände nicht mehr gültig – es spricht also nichts dagegen, die Verschlüsselung für alle Internetseiten zu nutzen, auch dann, wenn Besucherdaten nicht übertragen werden. Google berücksichtigt die Verschlüsselung und bewertet Internetseiten besser, wenn das sichere Übertragungsprotokoll genutzt wird.

Vorgeschichte der Domain

Wenn Sie eine Domain erwerben, kann diese bereits eine Vorgeschichte haben. Der Vorbesitzer hat diese Domain womöglich für die Verbreitung vom Spam genutzt. Informieren Sie sich daher genau, ob und wie die gewünschte Domain bereits in Erscheinung getreten ist. Dazu reicht eine Google-Suche aus oder eine Anfrage an die Wayback Machine.

Eine negative Vorschichte der Domain schädigt die Reputation der Internetseite und wird von Google genau verfolgt.

Clientseitiger Redirect

Dieser Faktor ist sehr technisch geprägt, sollte aber dennoch berücksichtigt werden: Eine Webseitenweiterleitung ist bei der Besuchernavigation nicht unüblich – beispielsweise dann, wenn ein Formular ausgefüllt wird und man auf die „Vielen Dank“-Seite geleitet wird.

Es gibt jedoch Weiterleitungen, die vermieden werden sollen – dazu zählt ein scriptbasierter Redirect (via JavaScript) oder ein Refresh-Befehl per Meta-Tag-Angabe.

Mangelnde Server-Uptime

Eigentlich ist dieser Punkt keine Erwähnung wert, sollte es doch selbstverständlich sein, dass der Server dauerhaft erreichbar ist. Wer beim Hostinganbieter jedoch am falschen Ende spart, könnte leer ausgehen – denn wenn die Seite über einen längeren Zeitraum nicht erreichbar ist, könnte dies zu einem Ausschluss der Seite führen.

Optimierte Texte für Suchmaschinen

Google ist in der Lage, die Qualität eines Textes zu bewerten. Wenn Sie einen Text auf der Internetseite platzieren, um nach jeden dritten Wort Ihr gewünschtes Keyword zu platzieren, wird dies von Google erkannt und abgestraft. Beim sogenannten Keyword Stuffing, also dem Einfügen von Suchwörtern in einem Text, wird die Internetseite bereits abgestraft, wenn das Verhältnis der Keywords zu der Gesamtzahl der Worte über 5 % liegt.

Anders gesagt: Auch wenn es nicht beabsichtigt wurde, sollte ein Schlüsselbegriff nicht zu häufig im Text verwendet werden – das ist bereits dann der Fall, wenn im Schnitt alle 20 Wörter euer Suchbegriff zu finden ist.

Unlogischer Webseiten-Titel

Der Titel einer Internetseite ist Teil der Meta-Angaben und wird von Google bei der Indexierung und Bewertung ebenfalls berücksichtigt. Auch hier sollten Sie auf die korrekte Länge bzw. Wortwahl achten:

Zu langer Title-Tag

Ein zu langer Title-Tag kann ein Indiz für Spam oder Keyword-Stuffing sein. Sie sollten versuchen, das Wesentliche in nicht mehr als siebzig Zeichen zu setzen.

Keyworddichte im Title-Tag

Der Title-Tag sollte kurz und knackig präsentieren, worum es auf dieser Internetseite geht. Dafür reichen 60-70 Zeichen aus. Wird versucht, in dieses Element möglichst häufig euren Suchbegriff zu setzen, wird dies von Google erkannt und entsprechend angestraft.

Automatisch übersetzter Inhalt

Es ist nicht falsch, seine Inhalte für die internationale Besucherschaft bereitzustellen. Dabei werden mehrsprachige Texte oft mit einem Online-Übersetzungstool  übersetzt. Da diese qualitativ nicht den professioneller Texter entsprechen, wird dies von Google negativ bewertet.

Fazit

Der Vielzahl dieser Faktoren ist zu entnehmen, dass ein Webseitenbetreiber oft unbeabsichtigt seine eigene Internetpräsenz im Hinblick auf die Suchmaschinenoptimierung schädigen kann. Google ist sehr wohl darauf bedacht, ehrliche Seitenbetreiber zu fördern, jedoch ist die Gefahr groß, versehentlich einige dieser Negativ-Faktoren umzusetzen.

Nutzen Sie die Google Search Console, um Meldungen bezüglich einen Teil dieser Faktoren einzusehen.

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