Opera bietet mit „Neon“ einen neuartigen Browser an

Die Ära des gleichnamigen Browsers vom Softwareanbieter Opera ging zu Ende. Nach enttäuschender Marktentwicklung wurde 2013 aus verschiedenen Gründen die Rendering-Engine des Chrome-Browsers genutzt, während der Fokus auf einfachen Bedienkonzepte und weiterführenden Funktionalitäten lag. Dennoch konnte man an die Erfolge anderer Konkurrenten wie dem Internet Explorer, Firefox oder dem Google Chrome anknüpfen.

Ein chinesisches Wirtschaftskonsortium kaufte den Betreiber dann für 1,1 Mrd. Euro. Seit kurzem gibt unter dem Marktnamen „Opera Neon“ einen Browser, der altbewährte Technik mit neuen Funktionen kombiniert. Der experimentelle Browser bietet Neuerungen, die man in anderen Browsern so noch nicht gesehen hat.

Focus on Content

Das bekannte Layout, offene Sitzungen in Tabs oberhalb des Browserfensters zu zeigen, wurde bei diesem Experiment über Bord geworfen. Das Interface sieht zugunsten des Credos „Focus on Content“ vor, die geöffneten Webseiten rechtsbündig darzustellen, um vertikal mehr Inhalt anzeigen zu lassen. Dies ist sicherlich auch darauf begründet, dass die Bildschirme zwar immer breiter werden, die Webseiteninhalte zugunsten der Lesbarkeit jedoch eine fixe Breite besitzen.

Opera Neon verfolgt eine nahtlose Integration in die Desktop-Umgebung. So wird beim Start des Browsers das aktuelle Desktop-Hintergrundbild angezeigt. Die Titelzeile dient gleichzeitig als Adressleiste, sodass Suchanfragen und Adresseingaben direkt über diese Leiste erfolgen können.

Laufende Sitzungen sind links dargestellt, weiterführende Bedienfunktionalitäten finden in einer linken Toolbar Platz. Die von Browsern gewohnte Adress- und Tableiste ist somit obsolet.

Der Parallelbetrieb von Webseiten wird optimiert – so bietet Neon die Funktion an, Audioinhalte, etwa aus Videos oder Musikstreams abzuspielen während ein anderer Tab fokussiert ist. Mit einer links angelegten Toolbar ist die Steuerung dieser parallel laufenden Inhalte gesichert. Diese Leiste bietet auch die Möglichkeit an, ein Bildschirmfoto zu erstellen oder den Downloadmanager abzurufen.

Obsolete Adressleiste und Bubble-Buttons

Einen schnellen Zugriff auf beliebte Inhalte sind beim Programmstart mit Hilfe einer Art Icon-Blasen visualisiert. Diese Blasen lassen sich umplatzieren und neu ordnen, außerdem dient diese Ansicht als Auswahlfeld für Website-Lesezeichen.

Die technische Aktualität des Browsers ist, wie bereits genannt, durch die Nutzung der Webkit-Engine von Google gesichert.

Fazit

Zu berücksichtigen gilt, dass Opera Neon noch nicht dazu gedacht ist, die reguläre Version des Opera-Browsers abzulösen. Vielmehr geht es um die Vorstellung eines Konzepts. Es könnte jedoch sein, dass die Erkenntnisse des Konzept-Browsers in die allgemeine Version des Opera-Browsers mit einfließen, so wie es auch beim Chrome Canary der Fall ist.

Die kreativen Ideen für diesen Browser zeigen, dass der Browserkrieg keinesfalls vorbei ist. Unabhängig von der Dominanz des Chrome-Browsers ist immer noch Potenzial für andere Browser zu finden.

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