„Big Data“ Oder: Das publizistische Wirken der größten deutschen Nachrichtenseite

Spiegel-Online ist deutschlands größte Nachrichtenseite. Wieviele Artikel gibt es auf diesem News-Portal, welche Themen werden am häufigsten bedient, und welche Stichwortverbindungen gibt es?

Dies ist eine Sache von „Big Data“ – also der Kunst, große, undurchschaubare Datenmengen sinnvoll und übersichtlich zu publizieren.

Genau dies tat der Informatiker David Kriesel. Er analysierte die Internetseite seit Sommer 2014 und stellte seine Ergebnisse beim 33C3, dem Chaos Communication Congress, vor.

Quelle: netzpolitik.org

Mit Kriesels Daten wird ersichtlicht, dass der Großteil der Themen auf die Bereiche Politik, Sport und Panorama fällt, wobei politikbezogene Themen deutlich der Spitzenreiter sind. Wöchentlich werden hier über 500 Artikel bereitgestellt.

Auf einer Zeitachse dargestellt ergibt sich aus dem Vergleich der Themenbereiche, dass die Rubrik Wissenschaft immer mehr an Quantität leidet: Wurden zur Jahresmitte 2014 noch über 150 Artikel wöchentlich erstellt, sind es aktuell nur noch knapp 100 (Stand: Oktober 2016).

David Kriesel

Spiegel-Online versieht jeden Artikel mit rund fünf Schlagwörtern. Die Analyse der Schlagwörter ist nicht ohne: Rund 65.000 verschiedene dieser Keywords mussten ausgewertet werden. Die Daten selbst stellte Kriesel zu weiteren Recherchezwecken bereit. In einer interaktiven Karte sind themenbezogene Schlagwörter in Verbindung zu anderen Begriffen kenntlich gemacht. Oder, wie Kriesel es ausdrückt:

Der Graph ist also nicht nur eine nette Landkarte, um mal zu sehen, welche Themen verwandt sind – er ist ein extrem mächtiges, allgemeines Visualisierungswerkzeug.

Die am häufigst genutzen Schlagwörter waren Geflüchtete (1887 mal), Syrien (1280 mal) und Donald Trump (1007 mal).

Wie informativ die Auswertung und die Visualisierung großer Datenmengen ist, zeigt auch die folgende Erkenntnis: Zwischen 5 Uhr und 20 Uhr werden die meisten Artikel  veröffentlicht. Am Wochenende sinkt die Anzahl der veröffentlichten Artikel auf etwa die Hälfte.

Der Kommentarbereich zu einem Artikel war zu Beginn der Aufzeichnung in nahezu allen Artikeln erreichbar: Bei nur 20 % der Beiträge war die Kommentarfunktion deaktiviert. Mittlerweile ist der Kommentarbereich immer öfter gesperrt, aktuell kann etwa nur jeder zweite Artikel kommentiert werden.

 

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