So erstellen Sie interessantere Web-Inhalte

Viele kennen es sicherlich: Man hat eine schöne Internetseite, ansprechende Dienstleistungen und betreibt einen Blog, um die Besucher mit frischen Inhalten zu versorgen. Ein Blick auf Besucherstatistiken zeigt dann aber schnell, dass viele Interessenten bereits nach wenigen Klicks Ihre Internetseite verlassen.

An dieser Stelle muss man sich die Frage stellen, ob die Inhalte interessant genug sind.

Von interessanten Texten profitieren Besucher und Suchmaschinen

Um zu prüfen, ob man ansprechende Texte schreibt, kann man eigene Erfahrungen abrufen: Welche Artikel werden gerne gelesen? Wo bleibt das Auge hängen? Wie müssen Texte geschrieben sein, damit sie für Aufmerksamkeit sorgen?

Auch unter Berücksichtigung der Suchmaschinenoptimierung zählt es, ansprechende Texte anzubieten, die von Besuchern gern gelesen werden. Denn: Interessante Inhalte sorgen für einen hohen Besucherfluss, dieser wird wiederum von Google registriert und entsprechend mit in die Bewertung zur Reputation einer Internetseite einbezogen. Außerdem sorgen interessante Inhalte für den Effekt, dass diese eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, von anderen Internetseiten verlinkt zu werden – wieder ein Pluspunkt aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung. Ein Grund, warum Wikipedia-Artikel oft ganz oben in den Suchergebnislisten zu finden sind.

So schreibt man gute Blogbeiträge

Wir werden hier erläutern, worauf zu achten ist, wenn man das Interesse der Zielgruppe wecken möchte.

Die richtige Anatomie eines Artikels

Ein Blogartikel muss in erster Linie auch als solcher zu erkennen sein. Internetuser sind es gewohnt,  wiederkehrende Elemente und Metainformationen zum Artikel einsehen zu können. Dazu gehört:

  • Ein interessanter Titel (auf diesen werden wir unten noch näher eingehen)
  • Metainformationen: Welche Person hat diesen Beitrag erstellt? Wann wurde der Beitrag veröffentlicht?
  • Ein ausführlicher Text (Denn: Content is King)
  • Texthervorhebungen: Fettgedruckte Textpassagen informieren den Leser in Kürze über die Quintessenz
  • Eine korrekte Textsemantik – das bedeutet, längere Textpassagen in Zwischenüberschriften zu gliedern und dabei die korrekten Überschriftenmarkierungen (h1-h6-Tags) zu nutzen
  • Eine Kommentarsektion (nur dann empfehlenswert, wenn diese auch von einem entsprechenden Redakteur gepflegt werden kann, denn häufig entstehen Rückfragen oder kritisches Feedback)
  • Bilder: Binden Sie Bilder in ihren Blogartikel ein und sorgen Sie dabei für ein ausgewogenes Text-Bild-Verhältnis. Niemand liest gern einen trockenen Text ohne entsprechendes Bildmaterial.
  • „Teilen“-Buttons: Die Integration von sogenannten Sharing-Buttons, also „Teilen-Knöpfe“ für Facebook & Co. sind auf vielen Blogartikeln zu finden. Auch wenn sie nicht von jedermann genutzt werden, gibt es einen gewissen Prozentsatz an Lesern, die diese Funktion erwarten. Darüber hinaus motiviert es den Leser, Bekannte über Ihre Internetseite zu informieren. Wichtig: Berücksichtigen Sie dabei die Datenschutzbestimmungen.

Die richtige Plattform

Die zugrundeliegende Software, mit der die Blogbeiträge verwaltet und veröffentlicht werden, ist auch ein wichtiger Aspekt. Eine selbst programmierte Blogsoftware oder das Veröffentlichen von statischen HTML-Seiten ist zwar nicht unbedingt schlecht, aber professionelle Blogsysteme wie WordPress besitzen Möglichkeiten, die Anbindung an Suchmaschinen zu optimieren. Wichtig ist, dass der Autor stets die Möglichkeit hat, den Beitrag mit entsprechender Text- und Absatzformatierung zu versehen.

Es muss beispielsweise möglich sein, Fett- und Kursivformatierungen zuzuweisen oder Bilder in den Text einzubinden.

Kategorien und Schlagwörter

Die Kategorisierung von Blogbeiträgen sorgt dafür, dass der Besucher die Möglichkeit hat, weitere Blogartikel zu diesem Thema abzurufen. Dies hat nicht nur den Effekt, dass der Besucher weitere Seitenabrufe generiert, sondern auch, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, Ihre Website erneut zu besuchen.

Im Idealfall sind die Kategorien zu einem Blog immer in Sichtweite. Eine Kategorieübersicht sollte Auskunft über alle Themen der Website geben.

Wer viel Inhalt anbietet, sollte auch über die Nutzung von Schlagwörtern nachdenken. In der Regel werden einem Blogbeitrag immer mehr Schlagwörter als Kategorien zugeordnet: Während ein durchschnittlicher Artikel ein bis zwei Kategorien zugewiesen sein kann, ist es nicht selten, dass ein Dutzend Schlagwörter mit einem Artikel verknüpft werden. Anders als bei Kategorien können mit Schlagwörtern spezifischere Begriffe zugewiesen werden und eine höhere Klickrate auslösen.

Der Schlüssel: Überschriften

Die Überschrift eines Beitrags sind hauptverantwortlich dafür, ob ein Beitrag angeklickt wird oder nicht. Ein Leser entscheidet nach Sichtung des Titels in wenigen Sekunden, ob der Artikel interessant klingt oder nicht. Die Überschrift hat dabei eine ähnliche Wirkung wie ein T-Shirt, welches man in einem Modegeschäft sucht: Der Blick schweift umher, und was nicht auf Anhieb gefällt, wird „aussortiert“.

Neugier wecken, Clickbaiting vermeiden

Ziel ist es, die Überschrift so zu gestalten, dass der Leser diese anklicken muss. Wenn Sie beispielsweise einen Artikel über Ihren letzten Drohnenflug schreiben wäre „Berlin von oben“ sicherlich nicht ansprechend. Interessanter klingt da eine Überschrift wie „So haben Sie Ihre Heimatstadt noch nie gesehen„. Hierbei sollte auch erwähnt werden, dass die Überschrift selbst nicht zu forsch sein darf und man nicht in Gefahr laufen darf, in das andere Extrem zu geraten: Den Clickbaiting-Überschriften („Er ließ sein Fluggerät nach oben steigen. Was dann passierte, glaubt niemand“). Eine Überschrift darf nie mehr versprechen, als der Inhalt bereitstellt.

Versuchen Sie, in der Überschrift Interesse zu wecken, ohne alle Details zu verraten. Die Überschrift darf nicht zu reißerisch wirken, aber sollte dennoch Lust machen, den dazugehörigen Text zu lesen. Eine Strategie ist, bereits in der Überschrift die Antwort zu liefern, ohne auf die Begründung einzugehen. Manchmal kann man auch bewusst mit einer Frage eine interessante Überschrift gestalten. Die Antwort auf die Frage muss natürlich im Text zu finden sein.

Beispiele:

  • Schlecht: Personalzuwachs 22.11.2016
    Gut: Wir haben einen neuen Mitarbeiter!
    Besser: Wir sagen „Hallo“ zu Frau Mustermann
  • Schlecht: Analyse der Kommentarfunktion bei Internetbeiträgen
    Gut: Warum Kommentarspalten in Blogartikeln so wichtig sind
    Besser: Sind Kommentarspalten in Blogartikeln wirklich sinnvoll?
  • Schlecht: Skandal: Was Facebook hier plant, könnte euch Angst machen
    Gut: Facebook ändert seine Datenschutzbestimmungen
    Besser: Was ihr über Facebooks neue Datenschutzbestimmungen wissen müsst
  • Schlecht: Neues Produkt: „Foobar“
    Gut: Mit „Foobar“ könnt ihr zukünftig noch produktiver arbeiten
    Besser: Von der Skizze bis zur Fertigung: So ist „Foobar“ entstanden

Bei der Gestaltung von Überschriften benötigt man etwas Erfahrung. Sie werden jedoch schnell beobachten, was den Leser interessiert, und was eher auf Ablehnung stößt.

Wie oben bereits erwähnt, sollten auch Zwischenüberschriften benutzt werden. Zwischenüberschriften gliedern den Text, sorgen beim Leser für mehr Übersicht und die gesuchte Information kann schneller gefunden werden.

Content is King

Genauso wichtig wie die Überschrift ist natürlich auch der Inhalt. Sorgen Sie für ansprechende und informative Texte. Machen Sie sich Gedanken darüber, was den Leser interessiert und was nicht.

Informationen statt Werbung

Ein Beitrag über die Anbietung eines neuen Produktes in trockener Form klingt wenig interessant. Das ändert sich, wenn der werbeähnliche Charakter des Textes auf ein informatives Niveau angehoben wird. Bezogen auf dieses Beispiel könnte man über die Entstehungsgeschichte berichten, die Hintergedanken, der Werdegang und eventuelle Misserfolge können hierbei intensiv beleuchtet werden.

Sofortige Veröffentlichung vermeiden

Guter Inhalt kann darüber entscheiden, ob Ihre Internetseite erneut besucht wird oder nicht. Stellt euch nach der Erstellung eines Textes stets die Frage: Würde mich dieser Text interessieren, wenn ich nicht mit dem Thema vertraut bin?

Beim Schreiben von Texten bildet sich nach einer gewissen Zeit eine Art Betriebsblindheit. Man ist vielleicht so fokussiert auf einzelne Textpassagen, dass man den Kern des Beitrags verfehlt. Ein Tipp ist, den Text nach der Fertigstellung erst einmal abzuspeichern, um diesen am nächsten Tag erneut zu lesen. Besonders Neulinge sind auch gut beraten, wenn sie Texte von Freunden oder Bekannten gegenlesen lassen. Dabei könnten auch störende Rechtschreib- und Grammatikfehler identifiziert werden. Nicht nur bei wissenschaftlichen Publikationen ist ein Peer-Review sehr empfehlenswert.

Tipps für die Inhaltsgestaltung

  • Bei der Erstellung von Texten sollten Sie Aufzählungen behutsam einsetzen. Ihr Lebenslauf beispielsweise liest sich in Textform viel entspannter.
  • Die korrekte Rechtschreibung ist absolute Pflicht. Schon ein einziger Rechtschreibfehler kann die Seriösität Ihrer Onlinepräsenz in Frage stellen.
  • Achten Sie darauf, nicht zu viele Sätze aneinanderzureihen. Erstellen Sie regelmäßig Absätze, wenn die Struktur dies zulässt.
  • Versuchen Sie, Belege für Ihre Aussagen zu sammeln und verlinken Sie diese im Fließtext.
  • Halten Sie Beiträge aktuell: Wenn sich der Stand  zu einem Thema ändert, nachdem Sie einen Beitrag dazu erstellt haben, zögern sie nicht, diesen zu bearbeiten. Fügen Sie in diesem Fall zu Beginn ein kurzes Statement ein, was sich geändert hat und inwiefern Sie den Artikel geändert haben.
  • Sparen Sie nicht mit Informationen! Ein kurzer Text ist schnell gelesen, ein nachwirkender Eindruck bleibt aus. Als grobe Richtlinie können Sie eine Mindestanzahl von 300 Wörtern für Ihren Beitrag nehmen. 
  • Wenn Sie einen umfassenden Beitrag haben, sollten Sie eine Zusammenfassung zu Beginn des Textes erstellen, welcher den Leser über die Details in dem Text informiert.
  • Versuchen Sie, Ihren Text „ausklingen“ zu lassen. Verwenden Sie beispielsweise zum Schluss einen Abschnitt „Fazit“, eine wiederkehrende Schlussformel oder eine Frage an die Leser, um den Beitrag nicht abrupt enden zu lassen.
  • Nehmen Sie sich Zeit! Ein guter Artikel kann nicht in wenigen Minuten niedergeschrieben werden. Planen Sie die Erstellung von Content in Ihren Tagesablauf mit ein, und vermeiden Sie die Texterstellung „zwischen Tür und Angel“.

Leichter gesagt als getan

Abschließend betrachtet, sieht es nicht einfach aus, einen interessanten und informativen Bloginhalt bereitzustellen. Hier gilt das Sprichwort: Übung macht den Meister. Je öfter Sie Beiträge verfassen, desto eher erkennen Sie, worauf es ankommt, um das Interesse des Lesers zu wecken.

Setzen Sie sich zum Ziel, möglichst viel Feedback von Ihren Lesern zu erhalten. Sehen Sie es als eine Art Belohnung an, wenn ein Besucher in die Kommentarsektion schreibt.

Berücksichtigen Sie auch, dass die Pflege einer guten Internetseite mühsam ist. Eventuell wird irgendwann der Punkt kommen, an dem Sie keine Lust mehr zu haben, etwas zu schreiben. Vielleicht gehen Ihnen auch die Ideen aus. Setzen Sie sich nicht zu sehr unter Druck, behalten Sie aber im Hinterkopf, dass nur regelmäßiger Inhalt für wiederkehrende Besucher sorgt.

Übrigens: Die hier veröffentlichten Tipps gelten nicht nur für Blogs, sondern lassen sich auch analog zur Erstellung von Website-Texten (z.B. bei Unternehmenswebseiten)  verwenden.

 

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