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Sind Links auf andere Seiten illegal?

Darf ein Webseitenbetreiber einen Link setzen, ohne über die Folgen nachzudenken? Regelmäßig geht bei der Agentur medialeitwerk eine solche Frage ein.

Grundsätzlich gilt: Ein Webseitenbetreiber darf auf seiner Internetseite Links auf andere Internetseiten veröffentlichen. Bereits 2014 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass Links auf frei zugängliche Inhalte im Internet zulässig sind, selbst dann, wenn der Rechteinhaber der verlinkten Seite nicht um Erlaubnis gefragt wurde.

Nun wurde diese Grundsatzfrage erneut vom EuGH aufgerollt: Geklärt werden sollte, ob Links auf Inhalte zulässig sind, die urheberrechtlich geschützt sind. Die Kernfrage dabei bezieht sich auf eine Rechtssprechung, die besagt, dass die Wiedergabe eines urheberrechtlich geschützten Werkes untersagt ist. Gilt ein Link bereits als öffentliche Wiedergabe?

Das Gericht entschied, dass ein Link tatsächlich als öffentliche Wiedergabe gilt. Ein Link kann also als illegal eingestuft werden. Das Werten eines Links als Wiedergabemittel gilt jedoch nur, wenn die folgenden Kriterien erfüllt sind:

  1.  Die Internetseite, auf der sich der Link befindet, verfolgt eine Gewinnerzielungsabsicht
  2. Der Betreiber der verlinkenden Internetseite ist nicht über die Widrigkeit des Linkziels informiert

Dies bedeutet, dass ein Link auf illegale Inhalte theoretisch erlaubt sind. Zu berücksichtigen gilt dabei jedoch, dass selbst einem Privatblog eine Gewinnerzielungsabsicht unterstellt werden kann, sobald Werbung eingeblendet wird (etwa durch Google AdSense).

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